6 Min. Lesezeit
Pfannengröße, Griffe und Deckel: Was wirklich zählt
28 cm ist nicht gleich 28 cm: Wie Pfannengrößen gemessen werden, welche Größe zu dir passt und welche Griffe und Deckel den Alltag leichter machen.

Beim Pfannenkauf schauen die meisten zuerst auf das Material. Mindestens genauso wichtig für den Alltag sind aber Größe, Griff und Deckel. Eine zu kleine Pfanne überfüllst du ständig, eine zu große wird auf deiner Kochzone nicht gleichmäßig heiß. Ein unpraktischer Griff macht eine gute Pfanne zur Last, und ohne passenden Deckel fehlen dir viele Zubereitungsarten.
In diesem Ratgeber geht es um genau diese praktischen Punkte: wie Pfannengrößen gemessen werden, welche Größe für welchen Zweck passt, welche Griffformen es gibt, worauf du bei backofenfesten Pfannen und bei Deckeln achten solltest und wie du deine Pfannen platzsparend lagerst.
01
Durchmesser und Bodendurchmesser
Die Größenangabe einer Pfanne bezieht sich fast immer auf den oberen Durchmesser, also von Außenkante zu Außenkante am Rand. Für das Braten zählt aber die Bodenfläche, und die ist deutlich kleiner. Je schräger der Rand, desto größer der Unterschied.
Eine Bratpfanne mit 28 cm Nenndurchmesser hat meist einen Boden zwischen 20 und 23 cm. Bei einer Pfanne mit steilem Rand, etwa einer Schmorpfanne, liegen oberer Durchmesser und Boden näher beieinander. Bei einer Crêpepfanne mit flach auslaufendem Rand ist der nutzbare Boden dagegen fast so groß wie die Pfanne selbst.
Zwei Dinge hängen vom Bodendurchmesser ab:
- Wie viel du auf einmal braten kannst: Gargut braucht Abstand, damit Feuchtigkeit entweichen kann und es bräunt statt zu dünsten.
- Wie gut die Pfanne zur Kochzone passt: Der Boden sollte der Zone ungefähr entsprechen oder nur wenig größer sein. Auf Induktion braucht er außerdem eine Mindestgröße, damit die Zone ihn erkennt.
Viele Hersteller geben den Bodendurchmesser in der Produktbeschreibung an. Wenn nicht, rechne grob mit 5 bis 7 cm weniger als der Nenndurchmesser bei einer normalen Bratpfanne. Welche Rolle der Boden auf den verschiedenen Kochfeldern spielt, erklärt der Ratgeber Welche Pfanne für welchen Herd.
Passend dazuSchmorpfanne mit DeckelAmazon →

02
Welche Größe für wen
Die richtige Größe hängt von der Zahl der Personen und vom Einsatz ab. Viele Haushalte kommen mit zwei Pfannen gut aus: einer kleinen für Eier und Beilagen und einer großen für Hauptgerichte.
| Durchmesser (oben) | Bodendurchmesser (ca.) | Personen | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| 20 cm | 14–16 cm | 1 | Spiegelei, Omelett, Nüsse rösten, kleine Beilagen |
| 24 cm | 17–19 cm | 1–2 | Rührei, ein Steak, Gemüse als Beilage |
| 26 cm | 19–21 cm | 2 | zwei Schnitzel, Pfannengemüse, Pasta-Soße |
| 28 cm | 20–23 cm | 2–4 | Allrounder: Bratkartoffeln, Geschnetzeltes, zwei Steaks |
| 30–32 cm | 23–26 cm | 4 und mehr | Familienportionen, Pfannengerichte, große Fleischstücke |
Wenn du nur eine einzige Pfanne kaufen möchtest, ist 28 cm in den meisten Haushalten die sicherste Wahl. Sie passt auf die meisten großen Kochzonen und ist groß genug für Mahlzeiten für zwei bis drei Personen. Größere Pfannen ab 30 cm sind schwerer und brauchen eine große Kochzone, sonst bleibt der Rand kühl.
Spezialpfannen folgen eigenen Regeln: Ein Wok misst meist 30 bis 34 cm, Crêpepfannen 24 bis 28 cm, und bei Paellapfannen hängt die Größe stark von der Personenzahl ab. Mehr dazu findest du im Ratgeber Schmorpfanne, Sauteuse und Paellapfanne.
Passend dazuPaellapfanneAmazon →
03
Stielgriff und Gegengriff
Die meisten Pfannen haben einen langen Stielgriff. Er erlaubt das Schwenken mit einer Hand und hält die Hand auf Abstand zur Hitze. Beim Material gibt es drei Varianten:
- Edelstahl: langlebig und backofenfest. Hohl gearbeitete Griffe leiten weniger Wärme, trotzdem kann der Griff bei langer Kochzeit oder im Ofen heiß werden.
- Kunststoff: bleibt kühl und liegt angenehm in der Hand. Backofenfest ist er nur bis zu der Temperatur, die der Hersteller angibt.
- Holz: bleibt kühl und wirkt warm, gehört aber nicht in den Backofen und nicht in die Spülmaschine.
Ein Gegengriff ist ein kurzer Henkel gegenüber dem Stiel. Er lohnt sich bei schweren Pfannen, also bei Gusseisen und bei allen Pfannen ab etwa 28 cm. Mit zwei Händen trägst du eine volle, heiße Pfanne sicherer, und beim Heben in den Backofen oder aus dem Ofen ist er fast unverzichtbar. Pfannen mit zwei Henkeln statt Stiel, wie Paellapfannen oder manche Schmorpfannen, passen außerdem leichter in den Ofen.
Achte darauf, wie der Griff befestigt ist. Genietete Griffe halten sehr lange, die Nieten innen können aber Schmutz sammeln. Geschweißte oder angegossene Griffe sind innen glatt. Geschraubte Griffe können sich mit der Zeit lockern, lassen sich aber nachziehen.

04
Abnehmbare Griffe und backofenfeste Pfannen
Pfannen mit abnehmbarem Griff sind besonders platzsparend. Ohne Griff lassen sie sich ineinander stapeln, in den Backofen stellen und sogar als Servierschale oder Auflaufform nutzen. Der Griff wird per Klickmechanismus befestigt. Achte darauf, dass er sicher einrastet und sich nur bewusst lösen lässt. Wer wenig Stauraum hat, etwa in einer kleinen Küche oder im Wohnmobil, profitiert davon am meisten.
Eine backofenfeste Pfanne eröffnet viele Möglichkeiten: Steaks anbraten und im Ofen fertig garen, Frittata stocken lassen, eine Tarte Tatin backen oder Gratins überbacken. Wie hoch die Temperatur sein darf, hängt von allen Bestandteilen ab:
- Gusseisen, Carbonstahl und Edelstahl ohne Kunststoffteile vertragen die üblichen Backofentemperaturen problemlos.
- Kunststoffgriffe sind je nach Modell nur bis zu einer begrenzten Temperatur freigegeben.
- Beschichtungen auf PTFE-Basis sollten nicht über etwa 260 °C erhitzt werden, und der Grill im Backofen kann diesen Wert an der Oberfläche schnell erreichen.
- Glasdeckel haben oft eine eigene, niedrigere Grenze als die Pfanne selbst.
Die Angabe des Herstellers ist verbindlich. Nimm den Griff nach dem Backofen immer mit einem Topflappen, auch Stielgriffe aus Edelstahl sind dann heiß.
Passend dazuPfannenset mit abnehmbarem GriffAmazon →
05
Deckel aus Glas oder Metall
Ein Deckel ist nützlich, um Gemüse nach dem Anbraten gar ziehen zu lassen, Spiegeleier von oben stocken zu lassen, Fettspritzer zu reduzieren oder Speisen warmzuhalten. Die gängigsten Varianten:
- Glasdeckel: Du siehst, was in der Pfanne passiert, ohne den Deckel zu heben. Ein kleines Dampfloch verhindert, dass der Deckel klappert. Glas ist schwerer als dünnes Metall und hat eine begrenzte Backofentauglichkeit.
- Edelstahldeckel: robust, leicht, spülmaschinenfest und meist backofenfest. Du musst ihn aber anheben, um nachzusehen.
- Gusseisendeckel: schwer und dicht schließend. Noppen auf der Innenseite lassen Kondenswasser gleichmäßig zurücktropfen, ideal zum Schmoren.
- Universaldeckel: passen mit stufenförmigem Rand auf mehrere Größen. Praktisch, wenn du Platz sparen willst, schließen aber nicht immer ganz dicht.
Kauf den Deckel passend zum oberen Durchmesser der Pfanne. Ein 28-cm-Deckel passt auf eine 28-cm-Pfanne, aber nicht immer auf eine 28-cm-Pfanne eines anderen Herstellers, weil die Randformen unterschiedlich sind. Probier ihn wenn möglich aus.
Passend dazuUniversal-GlasdeckelAmazon →

06
Stapeln und Lagern
Pfannen nehmen viel Platz ein, und beim Stapeln leiden die Oberflächen. Vor allem Beschichtungen und Email bekommen Kratzer, wenn der raue Boden einer Pfanne auf der Innenseite einer anderen liegt.
- Schutz einlegen: Pfannenschoner aus Filz oder ein einfaches Küchenpapier zwischen den Pfannen schützen die Oberfläche.
- Aufhängen: Eine Reling oder Hakenleiste an der Wand spart Schrankplatz. Der Griff sollte dafür ein Loch oder eine Öse haben.
- Senkrecht lagern: Ein Pfannenständer im Schrank hält Pfannen aufrecht nebeneinander, sodass du jede einzeln herausnehmen kannst.
- Deckel separat: Deckelhalter an der Schranktür verhindern, dass Deckel lose herumrutschen.
- Nur trocken wegräumen: Pfannen aus Gusseisen und Carbonstahl erst vollständig trocknen und hauchdünn einölen, sonst entsteht Flugrost.
Weitere Tipps zum Reinigen und Aufbewahren findest du auf der Seite Pflege.
Passend dazuPfannenschonerAmazon →

07
Häufige Fragen
Wird die Pfannengröße oben oder am Boden gemessen?
Die Nenngröße bezieht sich in der Regel auf den oberen Rand. Der Boden ist bei einer normalen Bratpfanne meist 5 bis 7 cm kleiner. Für die Wahl der Kochzone zählt der Bodendurchmesser.
Welche Größe ist die beste für einen Zwei-Personen-Haushalt?
Eine Pfanne mit 26 oder 28 cm deckt die meisten Gerichte ab. Eine zweite, kleine Pfanne mit 20 cm ist praktisch für Eier und Beilagen.
Kann ich eine Pfanne mit Holzgriff in den Backofen stellen?
Nein. Holz trocknet aus, verfärbt sich und kann Risse bekommen. Für den Backofen brauchst du eine Pfanne mit Griffen aus Metall oder einen abnehmbaren Griff.
Brauche ich zu jeder Pfanne einen eigenen Deckel?
Nicht unbedingt. Ein oder zwei Deckel in den häufigsten Größen oder ein Universaldeckel reichen für die meisten Küchen. Für Schmorpfannen lohnt sich ein genau passender Deckel.
Wie schwer darf eine Pfanne sein?
Das hängt von deiner Kraft und deiner Kochweise ab. Wenn du viel schwenkst, ist eine leichtere Pfanne angenehmer. Schwere Gusspfannen ab 28 cm solltest du nur mit Gegengriff kaufen, damit du sie sicher tragen kannst.
Passend dazuKleine Pfanne 20 cmAmazon →
Entdecken
Weiterlesen
Pfannenarten im Überblick: Materialien und Formen verständlich erklärtWelches Pfannenmaterial leitet Wärme schnell, welches speichert sie lange, und welche Form passt zu welchem Gericht? Hier bekommst du den k…
Pfanne kaufen: die Kaufberatung Schritt für SchrittWelche Pfanne lohnt sich wirklich für dich? Wir gehen alle Kriterien der Reihe nach durch, von der Herdart bis zur Grundausstattung, und ze…
Pfannen reinigen und pflegen: So hält jedes Material langeMit der richtigen Pflege hält eine gute Pfanne viele Jahre, manche sogar ein Leben lang. Hier erfährst du für jedes Material, was erlaubt i…