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Pfannenarten im Überblick: Materialien und Formen verständlich erklärt

Welches Pfannenmaterial leitet Wärme schnell, welches speichert sie lange, und welche Form passt zu welchem Gericht? Hier bekommst du den kompletten Überblick mit großer Vergleichstabelle.

Pfannenarten im Überblick: Materialien und Formen verständlich erklärt

Wer eine neue Pfanne sucht, steht schnell vor einer langen Liste: Gusseisen, Carbonstahl, Edelstahl mit Sandwichboden, Keramik, Aluguss, Kupfer. Dazu kommen Formen wie Sauteuse, Wok oder Paellapfanne. Jede dieser Pfannen hat ihre Stärken, keine kann alles gleich gut. Wer die Unterschiede kennt, kauft gezielter und kocht entspannter.

Auf dieser Seite ordnen wir die Pfannenarten zuerst nach Material, dann nach Form. Eine große Tabelle fasst die wichtigsten Eigenschaften zusammen. Zu jedem Thema findest du weiterführende Ratgeber, in denen wir die Details erklären.

Acht verschiedene Pfannen aus Gusseisen, Eisen, Edelstahl, Kupfer und mit heller und dunkler Beschichtung liegen nebeneinander auf einem großen Holztisch, Draufsicht

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Pfannenarten nach Material

Das Material bestimmt, wie schnell eine Pfanne heiß wird, wie gleichmäßig sie die Hitze verteilt, wie viel Wärme sie speichert und wie sie gepflegt werden muss. Zwei Begriffe sind dabei wichtig: Die Wärmeleitfähigkeit beschreibt, wie schnell Wärme durch das Material wandert. Die Wärmespeicherung beschreibt, wie viel Hitze die Pfanne aufnimmt und abgibt, wenn kaltes Bratgut hineinkommt. Eine dicke, schwere Pfanne speichert mehr als eine dünne, auch wenn das Material gleich ist.

Gusseisen

Gusseisen ist schwer, dickwandig und leitet Wärme eher langsam. Dafür speichert es enorm viel Hitze. Hat die Pfanne einmal Temperatur, bricht sie beim Einlegen eines Steaks kaum ein. Das macht Gusseisen ideal für scharfes Anbraten, Bratkartoffeln, Maisbrot oder Gerichte, die vom Herd in den Backofen wandern. Unbeschichtetes Gusseisen braucht eine eingebrannte Schutzschicht, die mit jedem Gebrauch besser wird. Auf Induktion funktioniert es problemlos. Mehr dazu im Ratgeber zur Gusseisenpfanne.

Emailliertes Gusseisen

Hier ist der Gusskörper mit einer glasartigen Emaille überzogen. Die Wärmeeigenschaften bleiben gleich, aber du musst nichts einbrennen, und die Oberfläche reagiert nicht mit säurehaltigen Zutaten wie Tomaten oder Wein. Emailliertes Gusseisen ist deshalb stark beim Schmoren und für Saucen. Nachteil: Die Emaille kann bei Stößen oder extremen Temperaturwechseln abplatzen, und ganz ohne Fett klebt auch hier manches an.

Eisen und Carbonstahl

Eisenpfannen (oft als Schmiedeeisen, Blaustahl oder Carbonstahl bezeichnet) sind aus gewalztem Stahlblech mit sehr wenig Legierungsanteilen. Sie sind deutlich leichter als Gusseisen, werden schnell heiß und vertragen sehr hohe Temperaturen. Mit der Zeit bildet sich eine dunkle Patina, die das Anhaften stark reduziert. In Profiküchen sind sie seit Jahrzehnten Standard für Steaks, Rösti und Bratkartoffeln. Wie du eine neue Eisenpfanne vorbereitest, erklärt unser Ratgeber zum Eisenpfanne einbrennen.

Edelstahl

Edelstahl ist robust, spülmaschinengeeignet und reagiert nicht mit Lebensmitteln. Allein leitet er Wärme allerdings schlecht. Gute Edelstahlpfannen haben deshalb entweder einen Kapselboden mit Aluminium- oder Kupferkern oder sind durchgehend aus mehreren Schichten aufgebaut (Mehrschichtmaterial). Edelstahl eignet sich hervorragend zum Anbraten mit anschließendem Ablöschen, weil sich am Boden wertvolle Röststoffe für die Sauce bilden. Anfänger kämpfen am Anfang oft mit Anhaften, bis sie das richtige Vorheizen raushaben. Details findest du im Ratgeber zur Edelstahlpfanne.

Beschichtet mit PTFE

Die klassische Antihaftpfanne besteht meist aus Aluminium mit einer Beschichtung aus PTFE. Eier, Fisch, Pfannkuchen und paniertes Gemüse lösen sich mühelos, du brauchst wenig Fett. Die Beschichtung verträgt aber keine sehr hohe Hitze: Bei starker Überhitzung kann sie sich zersetzen, deshalb gehört eine beschichtete Pfanne nicht leer auf die höchste Stufe. PTFE zählt zur Stoffgruppe der PFAS, die derzeit in der EU diskutiert wird. Die früher bei der Herstellung verwendete PFOA ist in der EU seit einigen Jahren verboten. Mehr im Ratgeber zur beschichteten Pfanne.

Keramikbeschichtung

Keramikbeschichtete Pfannen haben eine Oberfläche, die im Sol-Gel-Verfahren auf Silikatbasis hergestellt wird. Sie kommen ohne PTFE aus und vertragen höhere Temperaturen. Die Antihaftwirkung ist am Anfang sehr gut, lässt aber nach vielen Erfahrungen aus der Küchenpraxis oft früher nach als bei einer guten PTFE-Beschichtung. Hohe Hitze, Sprays und die Spülmaschine beschleunigen den Verschleiß.

Aluguss

Aluminiumguss ist dicker als gepresstes Aluminium, verzieht sich weniger und verteilt Wärme sehr gleichmäßig. Aluguss-Pfannen sind fast immer beschichtet und für ihre Größe relativ leicht. Da Aluminium nicht magnetisch ist, brauchen sie für Induktion eine eingepresste Stahlplatte im Boden. Mehr dazu im Ratgeber zur Aluguss-Pfanne.

Kupfer

Kupfer leitet Wärme besser als alle anderen gängigen Pfannenmaterialien und reagiert fast verzögerungsfrei auf jede Änderung am Regler. Weil Kupfer mit Lebensmitteln reagiert, ist die Innenseite mit Edelstahl oder traditionell mit Zinn ausgekleidet. Kupferpfannen sind schwer, hochpreisig und wollen poliert werden, wenn sie glänzen sollen. Auf Induktion funktionieren sie nur mit speziellem Boden. Alles Weitere im Ratgeber zur Kupferpfanne.

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Nahaufnahme der Bratflächen von vier Pfannen nebeneinander: mattschwarzes Gusseisen, dunkel patiniertes Eisen, gebürsteter Edelstahl und glänzendes Kupfer mit Edelstahl-Innenseite

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Die große Vergleichstabelle

Die Tabelle zeigt typische Eigenschaften. Im Einzelfall entscheiden Wandstärke, Bodenaufbau und Griff mit, deshalb lohnt sich immer ein Blick in die Herstellerangaben.

MaterialWärmeleitungWärmespeicherungInduktionBackofenPflegeaufwandIdeal für
Gusseiseneher langsamsehr hochjaja, auch sehr heißmittel bis hoch (einbrennen, trocken lagern)Steaks, Bratkartoffeln, Ofengerichte
Emailliertes Gusseiseneher langsamsehr hochjajagering bis mittelSchmoren, Saucen, säurehaltige Gerichte
Eisen / Carbonstahlmittel, reagiert zügigmittel bis hochjaja, bei Metallgriffmittel bis hoch (Patina pflegen)scharfes Anbraten, Rösti, Pfannengemüse
Edelstahl (mit Kapselboden oder Mehrschicht)gut über den Aluminium- oder Kupferkernmittelmeist jaja, bei MetallgriffgeringAnbraten und Ablöschen, Saucen, Allround
Beschichtet (PTFE)gut (meist Aluminium)gering bis mittelnur mit Induktionsbodeneingeschränkt, Herstellerangabe beachtengering, aber Beschichtung schonenEier, Fisch, Pfannkuchen, fettarmes Braten
Keramikbeschichtunggut (meist Aluminium)gering bis mittelnur mit Induktionsbodeneingeschränktgering, aber Verschleiß beachtenEier, Gemüse, mittlere Hitze
Alugusssehr gutmittelnur mit InduktionsbodeneingeschränktgeringAllround, Schmoren, Pfannkuchen
Kupferhervorragendmittelnur mit Spezialbodenja (bei Verzinnung vorsichtig)hoch (polieren)feine Saucen, Fisch, präzises Garen

Eine grobe Faustregel: Wer viel scharf anbrät, fährt mit Eisen, Gusseisen oder Edelstahl gut. Wer vor allem Empfindliches zubereitet und wenig Aufwand möchte, greift zur beschichteten Pfanne. Die meisten Küchen sind mit einer Kombination aus beidem am besten ausgestattet.

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Aufgeschlagenes Notizbuch mit handgezeichneter Tabelle neben einer gusseisernen und einer kupfernen Pfanne auf einer Marmorarbeitsplatte

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Pfannenarten nach Form

Neben dem Material entscheidet die Form, wofür eine Pfanne taugt. Randhöhe, Bodendurchmesser und Griffe bestimmen, wie du wendest, schwenkst und rührst.

Bratpfanne

Die klassische Bratpfanne hat einen flachen Boden und einen leicht ausgestellten Rand. Sie ist das Arbeitstier der Küche für Fleisch, Fisch, Eier und Gemüse. Die meisten Haushalte kommen mit Durchmessern zwischen 24 und 28 cm gut zurecht.

Schmorpfanne

Eine Schmorpfanne hat einen hohen, geraden Rand, oft zwei Griffe und einen Deckel. Du kannst darin anbraten und anschließend mit Flüssigkeit weitergaren, etwa für Gulasch, Hähnchenschenkel oder Gemüsepfannen mit Sauce. Häufig passt sie auch in den Backofen.

Grillpfanne

Die Grillpfanne hat einen gerippten Boden. Die Rippen erzeugen das typische Grillmuster, das Fett läuft in die Rillen ab. Sie eignet sich für Steaks, Gemüsescheiben, Halloumi und Sandwiches. Grillpfannen gibt es aus Gusseisen und beschichtet.

Crêpepfanne

Die Crêpepfanne ist sehr flach mit einem niedrigen Rand, damit du den dünnen Teig gut verteilen und mit dem Wender unter den Crêpe fahren kannst. Traditionell besteht sie aus Eisen, heute gibt es sie häufig beschichtet.

Paellapfanne

Die Paellapfanne ist sehr breit und flach, hat zwei Henkel und meist einen leicht gewölbten Boden. Der Reis soll in dünner Schicht garen und am Boden eine leichte Kruste bilden. Große Modelle passen oft nur auf den Grill oder einen speziellen Gasbrenner.

Wok

Der Wok hat einen gewölbten Boden und hohe, schräge Wände. Die heißeste Zone liegt in der Mitte, an den Seiten kannst du Zutaten parken. Klassisch ist er aus dünnem Carbonstahl. Für Elektro- und Induktionsherde gibt es Modelle mit abgeflachtem Boden. Mehr im Ratgeber Wok kaufen.

Sauteuse

Die Sauteuse liegt zwischen Pfanne und Topf: Sie hat einen hohen, nach außen gewölbten Rand, der das Schwenken erleichtert. Ideal zum Reduzieren von Saucen, für Risotto oder Gemüse in Butter. Wie sie sich von der Schmorpfanne unterscheidet, erklärt der Ratgeber Schmorpfanne oder Sauteuse.

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Draufsicht auf verschiedene Pfannenformen: flache Crêpepfanne, gerippte Grillpfanne, tiefer Wok, breite Paellapfanne mit zwei Griffen und hochwandige Sauteuse auf dunklem Untergrund

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Welche Pfanne für welchen Herd?

Auf Induktion funktionieren nur Pfannen mit ferromagnetischem Boden: Gusseisen, Eisen, die meisten Edelstahlpfannen sowie beschichtete oder Kupferpfannen mit eingearbeiteter Stahlplatte. Ein einfacher Magnet zeigt dir schnell, ob der Boden geeignet ist. Wichtig ist außerdem, dass der Boden plan aufliegt.

Auf Gas umspielt die Flamme auch den Rand. Hier punkten Materialien, die Wärme gut verteilen, etwa Mehrschicht-Edelstahl, Aluguss oder Kupfer. Auf Ceran und Elektro ist ein dicker, ebener Boden wichtig, damit die Pfanne vollflächig aufliegt. Alle Details findest du im Ratgeber Pfanne für Induktion.

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Eiserne Bratpfanne auf einem schwarzen Induktionskochfeld, daneben eine kleine Kupferpfanne auf einer Gasflamme in einer hellen Küche

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Welche Kombination sich bewährt

Kaum jemand kommt mit einer einzigen Pfanne aus, und das ist auch nicht nötig. In der Praxis haben sich Kombinationen bewährt, die sich gegenseitig ergänzen. Eine unbeschichtete Pfanne aus Eisen, Gusseisen oder Edelstahl übernimmt alles, was hohe Hitze braucht: Steaks, Bratkartoffeln, scharf angebratenes Gemüse. Eine beschichtete Pfanne kümmert sich um das Empfindliche: Rührei, Omelett, Fischfilet mit Haut, Pfannkuchen.

Wer gern schmort oder Saucen reduziert, ergänzt eine Schmorpfanne oder Sauteuse mit Deckel. Wer oft asiatisch kocht, nimmt einen Wok dazu. Spezialformen wie Crêpe-, Grill- oder Paellapfanne lohnen sich vor allem dann, wenn du die jeweiligen Gerichte regelmäßig zubereitest. Sonst übernimmt eine gute Bratpfanne diese Aufgaben meist ausreichend gut.

Beim Material lohnt es sich, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Unbeschichtete Pfannen halten bei richtiger Pflege Jahrzehnte, beschichtete Pfannen sind Verschleißteile, die du irgendwann ersetzt. Ein guter Mix verteilt also auch die Kosten sinnvoll über die Jahre.

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Welche Größe ist sinnvoll?

Die Größe einer Pfanne wird meist am oberen Rand gemessen. Die tatsächliche Bratfläche ist durch den schrägen Rand oft 3 bis 5 cm kleiner. Für eine Person reichen häufig 20 bis 24 cm, für zwei bis drei Personen 26 bis 28 cm, für Familien lohnt sich zusätzlich eine 30 bis 32 cm große Pfanne oder eine Schmorpfanne. Achte darauf, dass der Boden zur Kochzone passt. Wie du die richtige Größe ermittelst, erklärt der Ratgeber zur Pfannengröße.

Ein Hinweis zu Formen mit gewölbtem Boden: Ein klassischer Rundboden-Wok liegt auf Ceran und Induktion nicht auf und funktioniert dort nicht. Für diese Herde brauchst du einen Wok mit flachem Boden.

Wenn du jetzt weißt, welches Material und welche Form zu dir passen, hilft dir die Kaufberatung bei den restlichen Details. Und damit die neue Pfanne lange hält, lohnt sich ein Blick in unsere Pflegetipps.

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