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Schmorpfanne, Sauteuse und Paellapfanne: Unterschiede und Einsatz
Hoher Rand, schräger Rand oder ganz flach: Wann du zur Schmorpfanne, zur Sauteuse oder zur Paellapfanne greifst und welche Größe du brauchst.

Neben der klassischen Bratpfanne gibt es drei Pfannenformen, die in vielen Küchen den Unterschied machen: die Schmorpfanne mit hohem Rand und Deckel, die Sauteuse mit schrägem oder gerundetem Rand und die breite, flache Paellapfanne. Alle drei sind Spezialisten, und doch überschneiden sich ihre Aufgaben.
Hier erfährst du, worin sie sich unterscheiden, welche Rolle Deckel und Backofen spielen, welche Gerichte in welche Pfanne gehören und welche Paellapfanne für wie viele Personen passt.
01
Die drei Formen im Überblick
Die Schmorpfanne hat einen senkrechten, hohen Rand von meist 6 bis 8 cm, einen großen, flachen Boden und fast immer einen Deckel. Oft sitzt gegenüber dem Stiel ein Gegengriff, oder sie hat statt des Stiels zwei Henkel. Sie ist die Pfanne für alles, was erst angebraten und dann mit Flüssigkeit weitergegart wird.
Die Sauteuse ist kleiner und hat einen schräg ausgestellten oder gerundeten Rand. Der Name kommt vom französischen sauter, springen lassen. Durch die schräge Wand lässt sich der Inhalt gut schwenken und umrühren, und Flüssigkeit verdampft schnell über die große Oberfläche. In der Profiküche ist sie das Werkzeug für Soßen, Reduktionen und kurz geschwenktes Gemüse. Die Form mit geradem Rand heißt dort übrigens Sautoir und entspricht weitgehend der Schmorpfanne.
Die Paellapfanne ist sehr breit, flach und hat zwei Henkel. Ihr Rand ist niedrig und leicht schräg. Die Form sorgt dafür, dass der Reis in einer dünnen Schicht gart und am Boden die begehrte Kruste bildet, in Spanien Socarrat genannt.
| Merkmal | Schmorpfanne | Sauteuse | Paellapfanne |
|---|---|---|---|
| Rand | hoch, senkrecht | schräg oder gerundet | niedrig, leicht schräg |
| Typischer Durchmesser | 24–32 cm | 16–28 cm | 30–60 cm und mehr |
| Deckel | fast immer | manchmal | meist nicht |
| Griffe | Stiel mit Gegengriff oder zwei Henkel | Stiel | zwei Henkel |
| Stärke | Anbraten und Schmoren in einem | Soßen, Reduzieren, Schwenken | Reis in dünner Schicht mit Kruste |
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02
Die Schmorpfanne: Anbraten und Weitergaren
Das Prinzip des Schmorens ist einfach: Du brätst Fleisch oder Gemüse scharf an, damit Röstaromen entstehen, gibst dann Flüssigkeit dazu und lässt alles mit Deckel bei niedriger Temperatur weitergaren. Die Schmorpfanne kann beides. Dank des großen Bodens hat das Fleisch beim Anbraten genug Platz, und der hohe Rand hält später Brühe, Wein oder Tomaten.
Nach dem Anbraten löst du den Bratensatz mit Flüssigkeit vom Boden, das nennt man Deglacieren. Er gibt der Soße Geschmack und Farbe. Typische Gerichte sind Gulasch in kleineren Mengen, Hähnchenkeulen in Weißwein, Rouladen, geschmortes Gemüse, Risotto, Currys und Pfannengerichte mit viel Soße.
Als Material eignen sich Edelstahl mit dickem Sandwichboden, emailliertes Gusseisen und Aluguss mit Beschichtung. Edelstahl ist ideal zum Anbraten und Deglacieren, weil sich ein schöner Bratensatz bildet. Emailliertes Gusseisen speichert die Wärme sehr gut und hält die Schmortemperatur stabil. Mehr dazu findest du im Ratgeber Edelstahlpfanne.
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03
Deckel und Backofen
Ohne Deckel ist eine Schmorpfanne nur eine hohe Bratpfanne. Der Deckel hält Feuchtigkeit und Wärme in der Pfanne, sodass das Gargut gleichmäßig im eigenen Dampf und in der Flüssigkeit gart. Glasdeckel erlauben einen Blick ins Innere, Deckel aus Metall oder Gusseisen schließen oft dichter und sind robuster. Gusseiserne Deckel haben innen manchmal kleine Noppen, von denen Kondenswasser gleichmäßig auf das Gargut zurücktropft.
Viele Schmorgerichte gelingen im Backofen noch besser als auf dem Herd, weil die Hitze von allen Seiten gleichmäßig wirkt und am Boden nichts ansetzt. Dafür muss die Pfanne backofenfest sein. Griffe aus Edelstahl oder Gusseisen sind das in der Regel problemlos. Kunststoffgriffe und manche Glasdeckel vertragen nur begrenzte Temperaturen, Holzgriffe gehören gar nicht in den Ofen. Beachte immer die Herstellerangabe.
Denk daran: Nach dem Backofen sind auch die Griffe heiß. Leg dir einen Topflappen oder eine Griffhülle direkt neben den Herd.
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04
Die Sauteuse: Soßen und Schwenken
Die Sauteuse ist die Pfanne für präzises Arbeiten. Durch den schrägen Rand lässt sich eine Soße mit dem Schneebesen gut aufschlagen, ohne dass sich in den Ecken etwas festsetzt. Beim Reduzieren von Fond, Wein oder Sahne verdampft die Flüssigkeit schnell, weil die Oberfläche im Verhältnis zur Menge groß ist.
Typische Einsatzgebiete:
- Soßen wie Beurre blanc, Hollandaise im Wasserbad oder eine Rahmsoße
- Gemüse in Butter glasieren, etwa Karotten oder Perlzwiebeln
- Pasta mit der Soße schwenken, damit sich alles verbindet
- Reduktionen aus Fond oder Wein
- Kleine Mengen Risotto
Für die Sauteuse ist ein Material mit guter Wärmeleitung vorteilhaft, damit die Hitze sofort reagiert, wenn du sie herunterregelst. Edelstahl mit Aluminium- oder Kupferkern und Kupfer selbst sind klassisch. Eine Sauteuse zwischen 20 und 24 cm deckt die meisten Aufgaben im Haushalt ab.
Ein Deckel ist bei der Sauteuse eher Nebensache, weil die meisten Arbeiten offen geschehen. Praktisch ist er trotzdem, wenn du Gemüse erst kurz dünsten und dann offen glasieren möchtest. Wichtiger ist ein gut ausbalancierter Stielgriff, der auch bei gefüllter Pfanne nicht kippt, und ein Rand, über den sich Soße sauber ausgießen lässt, ohne außen herunterzulaufen.
Welche Form brauchst du wirklich?
Wenn du oft Fleisch anbrätst und danach mit Soße weitergarst, ist die Schmorpfanne die sinnvollere erste Anschaffung. Sie kann zur Not auch reduzieren und schwenken, nur etwas weniger elegant. Die Sauteuse lohnt sich zusätzlich, wenn du gern Soßen machst oder Pasta regelmäßig in der Pfanne mit der Soße vollendest. Eine Paellapfanne ist ein echter Spezialist, den du vor allem brauchst, wenn du Reisgerichte für mehrere Personen kochst oder draußen auf einem Gasbrenner arbeitest.
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Die Paellapfanne: breit, flach, mit Kruste
Paella gart offen und ohne Rühren. Der Reis soll in einer dünnen, gleichmäßigen Schicht liegen, damit er gleichmäßig gart und am Boden eine leicht knusprige Kruste bildet. Deshalb ist die Paellapfanne so breit und flach. Mehr als zwei bis drei Zentimeter hoch sollte die Reisschicht nicht werden.
Klassisch bestehen Paellapfannen aus poliertem Carbonstahl. Er heizt schnell auf, bräunt gut und ist leicht, muss aber nach dem Gebrauch getrocknet und eingeölt werden, sonst rostet er. Emaillierte Stahlpfannen sind rostfrei und pflegeleichter. Es gibt auch Modelle aus Edelstahl, die sich auf Induktion eignen, wenn der Boden entsprechend aufgebaut ist.
Die größte Herausforderung zu Hause ist die Hitzequelle. Eine große Paellapfanne ist viel breiter als jede Kochzone. Auf dem Herd wird dann nur die Mitte richtig heiß. Für große Pfannen gibt es deshalb spezielle Gasbrenner mit mehreren Ringen, die man im Garten oder auf der Terrasse verwendet. In der Küche solltest du bei einer Größe bleiben, die zu deinem größten Kochfeld passt, oder die Paella im Backofen fertig garen.
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Paellapfanne: die richtige Größe nach Personen
Die Größe der Paellapfanne richtet sich nach der Zahl der Esser. Die folgenden Werte sind Richtwerte für Paella als Hauptgericht, die Angaben der Hersteller schwanken etwas.
| Durchmesser (oben gemessen) | Personen | Wärmequelle |
|---|---|---|
| 26–28 cm | 1–2 | normale Kochzone |
| 30–32 cm | 2–3 | große Kochzone |
| 34–36 cm | 3–4 | große Kochzone oder Brückenzone, Backofen zum Fertiggaren |
| 38–40 cm | 4–6 | Gasbrenner oder Brückenzone |
| 42–46 cm | 6–8 | Paella-Gasbrenner |
| 50 cm | 10–12 | Paella-Gasbrenner |
| 60 cm und mehr | 15 und mehr | großer Paella-Gasbrenner, draußen |
Kaufe lieber eine Nummer kleiner, wenn du hauptsächlich in der Küche kochst. Eine zu große Pfanne auf einer zu kleinen Kochzone brennt in der Mitte an, während der Reis am Rand noch hart ist.
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Häufige Fragen
Brauche ich eine Schmorpfanne, wenn ich einen Bräter habe?
Nicht unbedingt. Ein Bräter ist höher und eignet sich für große Braten und Eintöpfe. Die Schmorpfanne ist flacher, hat mehr Bodenfläche im Verhältnis zur Höhe und ist deshalb besser, wenn du viele Stücke nebeneinander anbraten und dann in wenig Flüssigkeit schmoren willst.
Kann ich Paella in einer normalen Pfanne kochen?
Ja, eine große, flache Pfanne funktioniert für kleine Mengen. Wichtig ist, dass der Reis dünn liegt und du ihn nach dem Aufgießen nicht mehr umrührst. Eine hohe Schmorpfanne ist weniger geeignet, weil der Reis zu dick liegt.
Was ist der Unterschied zwischen Sauteuse und Sautoir?
Die Sauteuse hat einen schrägen oder gerundeten Rand und eignet sich zum Schwenken und für Soßen. Der Sautoir hat einen geraden, senkrechten Rand und ähnelt der Schmorpfanne. Im Handel werden die Begriffe nicht immer sauber getrennt.
Rostet eine Paellapfanne aus Stahl?
Polierter Carbonstahl rostet, wenn er feucht bleibt. Trockne die Pfanne nach dem Spülen gut ab, am besten kurz auf dem Herd, und reibe sie dünn mit Öl ein. Emaillierte Paellapfannen haben dieses Problem nicht.
Kann ich eine beschichtete Schmorpfanne in den Backofen stellen?
Das hängt vom Modell ab. Viele beschichtete Pfannen sind bis zu einer bestimmten Temperatur backofenfest, sofern Griffe und Deckel das mitmachen. Die Herstellerangabe auf der Verpackung oder in der Anleitung ist hier verbindlich.
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